Wintersaisonstart in «Paintball-City»
St. Margrethen war Austragungsort der ersten Swiss Paintball-Ligatage
paintball. In der St. Margrether Paintball-Halle «Paintball-City» startete die Swiss-Paintball-Federation mit ihrer Schweizer Liga in die Wintersaison. Gegen 50 Teams standen im Einsatz. Ein sportliches Erlebnis der besonderen Art.
Der Samstagmorgen ist noch jung, die Temperaturen nahe dem Nullpunkt. Deshalb verziehen sich auch die Paintball-Spieler nach der Sommersaison in die Hallen. Die ersten Tage der Wintersaison fanden am vergangenen Wochenende in St. Margrethen statt.
«Eine tolle Halle»
Die «Paintball-City», Ort des Geschehens, liegt ziemlich verlassen inmitten mehrerer Industriehallen und Altmetall-Verwertungen hinter dem Bahnhof. Nur ein bemaltes Auto an der Neudorfstrasse weist auf das Spektakel hin. Eine alte Industriehalle, seit etwa zwei Jahren zur Paintball-City aufgemotzt, versprüht einen Geist, der zum Paintball passt.
Unweit des Spielfelds stehen nebst einem Shop – welcher die Herzen der Paintball-Spieler durch das Angebot unzähliger technischer Neuerungen höher schlagen lässt – auch eine Verpflegungsecke. «St. Margrethen bietet eine tolle Halle», sagt auch Christof Wüthrich, einer der Organisatoren. Deswegen fiel die Wahl für den Saisonauftakt auf das Rheintaler Dorf. «Wir starten auch die Sommersaison hier, da das geschützte Feld ebenso gross ist wie die Outdoor-Plätze, auf denen wir in der warmen Jahreshälfte spielen.» Wenn er von «Wir» spricht, dann meint er die fast 50 Teams, welche die Swiss Indoor Series bestreiten. Diese «Series», die Wüthrich auch als Aufbaumöglichkeit für den Sommer sieht, werden wie folgt ausgetragen: Über den Winter verteilt finden fünf «Liga-Tage» (mit Spielen am Samstag und Sonntag) statt. Drei davon in St. Margrethen, die restlichen zwei in der Paintball-Halle von Tuggen. Dabei starten Teilnehmer aus der Schweiz (fünf Teams aus dem Rheintal), Österreich und Deutschland in fünf verschiedenen Kategorien. Die Anfänger nehmen in Dreier-Teams teil. (Rookies oder Novizen), sonst wird in Fünfer-Teams gespielt. (Amateure, Novizen oder Pros).
Soyez toujours prêts!
Die Vielfalt der Teams ist in der Halle dann auch zu hören. Hier die deutsche Spielerin, die sich mit den Schweizer Kollegen unterhält, da der welsche Teamcaptain, der seine Mannen noch einmal auf das bevorstehende Spiel aufmerksam macht. «Soyez toujours prêts», ruft er durch die Halle. Dies ist keine Phrase, nein Paintball erfordert tatsächlich ein hohes Mass an Konzentration, Übersicht und strategischem Denken. Die Spiele sind oftmals schon wieder fertig, kurz nachdem das Startzeichen ertönt ist. Es wird das übliche «Capture the flag» gespielt. Ziel dieser Spielform ist es, die gegnerische Fahne durch geschicktes Angreifen für sich zu gewinnen. Gelingt dies einem Team, ist das Spiel beendet.
Taktisch anspruchsvoll
Die Schnelligkeit des Spiels ist auch an der Anzahl der Marshalls (Schiedsrichter) festzustellen. Neben den sechs oder zehn Spielern, die auf dem Platz stehen, amten ganze acht(!) Schiedsrichter. Christof Wüthrich erzählt mit leuchtenden Augen über verschiedenste Spieltaktiken. Wenn nötig, nimmt er dazu auch eine Pet-Flasche zur Hilfe. Man spürt, er lebt Paintball. «Das Klischee des Baller-Spiels trifft mit Sicherheit nicht zu. Paintball ist sehr taktisch, Teamwork wird gross geschrieben.» Auch Frauen sind beim Event dabei. Die Szene – der Durchschnitts-Paintball-Spieler ist knapp dreissig Jahre alt und verfügt über mindestens ein Piercing – hat sich laut Wüthrich langsam entwickelt. Es mussten einige Widerstände durchbrochen werden. Doch seit fünf Jahren haben die Paintball-Spieler ihre eigene Liga, und die Paintball-City ihre Events. Die nächsten Liga-Tage finden am 16./17. Dezember statt. Wiederum in St. Margrethen, versteht sich.
http://www.tagblatt.ch/index.php?artike ... e/rheintal
sehr gut gelungener bericht

