Samstag 21. Juli 2007, Diverses
Paintball ist eine beliebte Trendsportart, kein Kriegsspiel
Paintball heisst die Trendsportart, die seit ein paar Jahren immer wieder für Diskussionsstoff sorgt. Viele haben schon einmal etwas von Paintball gehört, doch nur die wenigsten wissen, um was es eigentlich geht: Zwei Teams treten auf einem definierten Spielfeld gegeneinander an. Ziel des Spieles ist es, die gegnerische Flagge wegzuschnappen. Das Spiel ist ähnlich wie «Räuber und Poli», das die meisten noch aus der Kindheit kennen. Um dieses Ziel zu erreichen, ist jeder Spieler mit einem Markierer ausgerüstet. Mit Hilfe von Druckluft werden die Farbkugeln (Paintballs) abgefeuert. Wer von einem Paintball getroffen wird, scheidet aus. Kontrolliert wird das Spiel von Schiedsrichtern, den so genannten Marschalls.
Für einige Zeitgenossen stellt Paintball ein ernst zu nehmendes Problem dar. Der Grund liegt darin, dass man mit den gewehrähnlichen Markierern aufeinander schiesst. Paintball sei gewaltverherrlichend und führe zu einer Verrohung der Gesellschaft. Mit diesen und anderen Aussagen haben Paintballspieler seit langer Zeit zu kämpfen. Für die einen ist Paintball eine spassige Trendsportart, für die anderen ein Kriegsspiel. Es ist einfach, die Schuld an der steigenden Jugendkriminalität einer kleinen Minderheit in die Schuhe zu schieben, anstatt sich ernsthaft Gedanken über das Thema zu machen. Denn: Wer Paintball spielen will, muss sich in ein Team integrieren können. Es fördert das soziale Verhalten, und ausserdem betreibt man Sport an der frischen Luft. Teamfähigkeit, Kommunikation, Geschicklichkeit und eine clevere Strategie sind der Schlüssel zum Erfolg. Kein Wunder, dass viele Firmen Paintball einsetzen, um ihre Arbeitsgruppen besser aufeinander einzustellen. Paintball hilft ausserdem, Stress abzubauen, denn in unserer hektischen Zeit wird es immer wichtiger, ein Ventil zu haben, um sich auszutoben. Paintball führt auch nicht zu einer Verrohung der Gesellschaft, im Gegenteil: Es ist ein sportlicher Wettkampf wie jeder andere auch.
Vergleichen wir einmal Paintball mit dem olympischen Fechten. Beim Fechten hält man zwar auch ein «gefährliches» Gerät in der Hand, doch das Ziel ist nicht, den Gegner umzubringen, sondern zu treffen und zu punkten. Beim Paintball ist das genauso. Kein Spieler möchte den Gegner verletzen, es geht nur darum, Punkte zu sammeln und das Spiel zu gewinnen.
Seit ich vor fünf Jahren zum ersten Mal Paintball gespielt habe, bin ich vom schnellen Spiel mit den bunten Bällen begeistert. Schnell konnte ich meine Freunde für den Sport begeistern, und im Jahr 2005 eröffneten wir in einem Waldstück in der Nähe von Buch am Irchel im Kanton Zürich das erste Paintballfeld in der Region. Viele Firmen und Vereine buchten einen Paintballevent und hatten eine Menge Spass dabei. Die Behörden und einige ruhebedürftige Nachbarn schoben dem bunten Treiben im Wald Anfang dieses Jahres einen Riegel vor und erteilten ein Verbot für Paintballspiele im Wald. Nun sind wir auf der Suche nach einem geeigneten Ort, um Interessierten die Möglichkeit zu geben, selbst einmal Paintball zu spielen.
Allen Vorurteilen zum Trotz konnte sich der Paintballsport in der Schweiz immer mehr etablieren. Auch werden zwei nationale Paintball-Meisterschaften ausgetragen. Rund 600 aktive Turnierspieler in 40 Teams kämpfen um den Titel des Schweizer Meisters. Zusammen mit ein paar Freunden haben wir uns vor einem Jahr als Team «Bamboocha» an der Schweizer Meisterschaft angemeldet und konnten uns mittlerweile durch regelmässiges Training bis an die Spitze kämpfen. Wir hoffen, dass sich unser Sport in der Region weiter etablieren kann und wir einige Vorurteile aus dem Weg räumen können.
*Daniel Gut, Paintballteam «Bamboocha» und Präsident Paintballgame Wyland.
Die einen halten Paintball für einen harmlosen sportlichen Zeitvertreib, andere stufen das Spiel als Gewaltverherrlichung ein. Zu einem Konflikt zwischen Spielern und Behörden kam es auch im Zürcher Weinland.
Von Daniel Gut*